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Seeteufel

Seeteufel

Der Seeteufel mit seinem riesigen Maul und scharfen Zähnen galt früher als ungenießbar und wurde ins Meer zurück geworfen, falls er ins Boot gezogen wurde. Das war definitiv ein Fehler, denn es gibt nur wenige Fischarten, die so lecker sind und sich so gut zubereiten lassen wie dieser großmaulige Fisch.

Nährwertangaben
Art
Lophius piscatorius – Seeteufel

Familie
Lophiidae – Familie der Seeteufel

Produkte
• Frisch (filetiert und ganz)
• Tiefgefroren (filetiert und ganz)

Größe
Bis zu 2 m lang und 100 kg

Verbreitung
Entlang der gesamten norwegischen Küste

Saison
Ganzjährig

Nahrung
Fisch, Krustentiere und Oktopus

Namen in anderen Sprachen
Latein: Lophius piscatorius
Englisch: Angler
Norwegisch: Breiflabb
Französisch: Baudroie commune
Deutsch: Seeteufel
Dänisch: Havtaske
Spanisch: Rape
Finnisch: Merikrotti
Griechisch: Vatrochópsaro
Italienisch: Rana pescatrice
Isländisch: Skötuselur
Japanisch: Anko
Niederländisch: Zeeduivel
Portugiesisch: Tamboril
Polnisch: Zabnica
Schwedisch: Marulk
Türkisch: Fener baliğgi
Serbokroatisch: Grdobina

Nährwertangaben
Nährstoffgehalt je 100 g Seeteufel (verzehrbarer Anteil):

Energie: 272 kJ / 64 kcal

Eiweiß: 15,8 g

Fett: 0,1 g
Gesättigte Fettsäuren: 0 g
Ungesättigte trans-Fettsäuren: 0 g
Einfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 0 g
Mehrfach ungesättigte cis-Fettsäuren: 0 g
Omega-3: 0 g
Cholesterin: 25 mg

Vitamine:
Vitamin A: 80 RAE
Vitamin B12: 0,23 mg
Vitamin D: 1 µg
Riboflavin: 0,06 mg

Mineralstoffe:
Eisen: 0 mg
Selen: 30 µg

Mehr Informationen zum Nährstoffgehalt finden Sie (auf Englisch) unter
www.nifes.no/en/prosjekt/seafood-data

Quelle:
http://www.matvaretabellen.no/fisk-og-skalldyr-g4/breiflabb-raa-04.211

Biologie

Der Seeteufel ist ein (bis auf die Wirbelsäule) grätenfreier Fisch aus der Familie der Seeteufel. Er hat einen großen, breiten Kopf, der fast die Hälfte seiner Körperlänge ausmacht, und ein großes Maul mit scharfen Zähnen. Dies verleiht ihm ein furchteinflößendes Aussehen und war seinerzeit wahrscheinlich der Grund für den Glauben, dass er ungenießbar sei. Der Körper ist flach und hat große Brustflossen. Von der Farbe her ist er dunkelgrau/braun/hell mit dunkleren Punkten, die ihm am Meeresgrund liegend zur Tarnung dienen.

Der Seeteufel ist ein typischer Bodenfisch. Er liegt halb eingegraben im Bodensediment und wartet auf seine Beute. Dabei setzt er den ersten Flossenstrahl der vordersten Rückenflosse ein, der vom Aussehen her an eine Angel erinnert. An deren Ende befindet sich ein Hautlappen in Form eines kleinen, sich windenden Wurms. Mit dieser „Angel“ lockt der Seeteufel seine Beute an. Wenn sie nah genug ist, öffnet er sein riesiges Maul und saugt sie ein. Der Seeteufel lebt im flachen Gezeitenbereich und bis zu einer Tiefe von 1000 m. Während der Laichsaison geht er tiefer, bis zu 1800 m hinunter.

Die Brutgebiete liegen am Kontinentalhang westlich von Großbritannien, in den norwegischen Fjorden und in tieferen Teilen des Kontinentalsockels. Der Seeteufel kann über 25 Jahre alt, bis zu 12 m lang und fast 100 kg schwer werden. Die Verbreitung reicht von der Barentssee bis zu nördlichen Teilen Westafrikas, dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. In Norwegen ist er entlang der gesamten Küste verbreitet. Im Nordostatlantik gibt es zwei Seeteufelarten: Lophius piscatorius (Seeteufel) und Lophius budegassa (Schwarzer Seeteufel). Von den beiden ist der Lophius piscatorius wesentlich weiter verbreitet; nur 1 von 1000 Exemplaren ist ein Lophius budegassa.

Übrigens haben Diabetiker weltweit dem Seeteufel viel zu verdanken. Insulin wurde nämlich erstmals aus der Bauchspeicheldrüse des Seeteufels hergestellt.

Fischfang

Die Seeteufelfischerei erfolgt ganzjährig entlang der norwegischen Küste. Dazu werden vorwiegend großmaschige Kiemennetze eingesetzt, aber auch Grundschleppnetze und Bodenlangleinen.

Nachhaltigkeit

Die Seeteufelfischerei ist nicht durch Fangquoten sondern durch Schonzeiten und Kiemennetzeinschränkungen reguliert. Nördlich von 64°N ist der Fischfang vom 20. Dezember bis 20. Mai und im Gebiet 62°N - 64°N zwischen 1. März und 20. Mai verboten. Die höchste zugelassene Menge an Kiemennetzen beträgt für Seeteufel 500 Kiemennetze mit einer maximalen Netzgröße von jeweils 2,75 Meter. Seeteufel mit Schleppnetzen zu fangen ist verboten, ausgenommen bis zu 15 % Beifang mit großmaschigen und 0,5 % mit kleinmaschigen Schleppnetzen. Bis zu 10 % Beifang ist bei Einsatz von Garnelenschleppnetzen erlaubt.

Der ICES beurteilt den Seeteufelbestand in der Nordsee und im Skagerrak anhand der Messungen im Gebiet westlich von Schottland. Der Bestand hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt und sein Zustand gilt als gut. Das Norwegische Institut für Meeresforschung geht davon aus, dass der Seeteufelbestand nördlich von Stad bis zu einem gewissen Grad mit dem Bestand in der Nordsee verbunden ist.

Lebensmittelsicherheit/Qualitätskontrolle

Die norwegische Fischereibranche unterliegt strengen Auflagen zur Sicherstellung der Lebensmittelsicherheit. Das Kontrollsystem umfasst mehrere Behörden und Einrichtungen, die gemeinsam die Erfüllung der Auflagen in allen Stadien der Produktionskette prüfen und beobachten. Die Lebensmittelaufsicht erfolgt durch die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit, das norwegische Nationale Institut für Fisch- und Ernährungsforschung (NIFES), das norwegische Fischereidirektorat und das norwegische Ministerium für Handel, Industrie und Fischereien.

Nährwertangaben

Seeteufelfleisch ist mager und reich an:

  • Proteinen: Diese sind wichtig für den Aufbau und Erhalt aller Zellen im Körper.
  • Vitamin A: trägt zu einer guten Sehkraft und einem guten Immunsystem bei.
  • Selen: einem wichtigen Element in den Enzymen, die schädliche chemische Prozesse im Körper bekämpfen.

Verwendungen

Seeteufelfleisch ist weiß und fest und hat einen leicht hummerähnlichen Geschmack. Es ist gesund und sehr vielseitig. Seeteufel kann gebraten und pochiert und mit vielen verschiedenen Gewürzen zubereitet werden.

Gebackener Seeteufel mit Joghurt-Gurken-Dip und Spargel-Nudel-Salat