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Når skreien kommer feirer Norge

Når skreien kommer feirer Norge
Fotograf: C.H/visitnorway.com

«Skrei kommer, skrei kommer!», so schallt Anfang Januar der Ruf der Fischer. Graue Wellen mit weißen Kronen tosen unter schwerem Himmel, ein eisiger Wind weht über verschneite Inseln im Atlantik, in den Häfen schaukeln kleine Boote. Jetzt beginnt für die Fischer das größte Abenteuer des Jahres: der Skreifang.

Wenn in den Gewässern vor der nordnorwegischen Küste der Skrei gefangen wird, dann ist das fast so etwas wie eine fünfte Jahreszeit: Der Skrei wird im ganzen Land gefeiert, sein Genuss zelebriert, am liebsten mit "Mølje".

Skreifang

Stolzer Skreifischer am Ende eines erfolgreichen Sonntags mit einem Prachtexemplar. // Foto: Marius Fiskum

"Mølje" ist das traditionelle Skrei-Gericht bei dem der gesamte Fisch verarbeitet wird, eine Art Eintopf mit Leber, Rogen, Kiefer, Zunge, Bäckchen und Filet vom Skrei. Alles wird auf einem Teller angerichtet, dazu reicht man Kartoffeln. Dann kann das Mølje-Fest beginnen.

Molje

"Mølje" ist ein gutes Beispiel dafür, wie hoch geschätzt der Skrei von jeher ist. Alle Teile vom Skrei werden verarbeitet, nichts wird weggeworfen.

Im Laufe der Jahrhunderte hat der Skreifang ein solides wirtschaftliches Fundament für die vielen kleinen Gemeinden entlang der nordnorwegischen Küste gelegt. Ohne den Skrei gäbe es viele dieser Ort nicht mehr. Nicht ohne Grund sagt man in Henningsvaer, einem kleinen Fischerdorf auf den Lofoten: "In cod we trust".

In cod we trust

Ein Streetart-Künstler zeigt die hohe Bedeutung von Skrei für sein Heimatdorf: "In Cod we trust" // Foto: Marius Fiskum

Sollte der Fang des Jahres fehlschlagen, und das ist aufgrund von schlechtem Wetter und stürmischer See häufig passiert, dann sah es besonders für große, kinderreiche Familien schlecht aus. Die Ungewissheit, wann, wo, wie viel und ob der Skrei dieses Jahr überhaupt kommen würde, ängstigte die Küstenbewohner sehr.

Skrei Fischerboot

Für Skreifang braucht es gutes Wetter. Die Boote sind sehr klein und nicht so robust. So wird immer dann gefischt, wenn die Verhältnisse es zulassen, auch am Wochenende.

Auch der Skreifang selbst barg viele Gefahren und Unwägbarkeiten. An den Tagen bevor der Mann auf Skreifang ging, durfte das Haus von den Frauen nicht aufgeräumt und geputzt werden. Man glaubte, dass es mit Großreinemachen keinen Fisch und schlechtes Wetter gab, ohne Großreinemachen jedoch Fischerglück und gutes Wetter.

Nordnorwegen in Bildern: