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Aus erster Hand: Skrei-Fischer Eric

Aus erster Hand: Skrei-Fischer Eric
Fotograf: Norwegian Seafood Council

Der Skrei-Fang hat eine lange Tradition bei uns in Norwegen. Ohne ihn würde es viele kleine Gemeinden entlang der nordnorwegischen Küste nicht mehr geben. Viele der heutigen Fischer waren schon als Kind an Bord eines Skreibootes. So auch der Fischer Eric. Wir haben ihn für Sie auf den Lofoten getroffen.

Fisch aus Norwegen: Eric, wie lange gehen Sie Ihrem Beruf des Skrei-Fischers schon nach?
Eric: Als ich meinen ersten Skrei gefangen habe, war ich gerade mal 6 Jahre alt. Mit 18 hatte ich schon mein erstes eigenes Boot. Also sagen wir einfach: schon ziemlich lange. (Lacht.)

junger Skrei Fischer

Ab sechs Jahren dürfen die Kinder Skreizungen schneiden und verkaufen. Das Geld dürfen sie behalten. Viele erfüllen sich damit ihren ersten fahrbaren Untersatz.

Fisch aus Norwegen: Wie aufregend ist es nach all den Jahren, wenn die Skrei-Saison beginnt?
Eric: Die ganze Region, ja das ganze Land fiebert der Ankunft des Skreis entgegen. Man nennt ihn auch nicht ohne Grund das Gold der Lofoten.

Fisch aus Norwegen: Und wie ist es für Sie persönlich?
Eric: Ehrlich gesagt, wenn das erste Prachtexemplar an Bord gezogen wird, überkommen mich die gleichen Glücksgefühle, wie ich sie schon als kleiner Junge hatte.

Fisch aus Norwegen: Rechnen Sie mit einer guten Saison?
Eric: Ja, wie eigentlich in jedem Jahr. Denn die Bestände sind in einem sehr guten Zustand. Das liegt auch an den strengen Fangquoten und daran, dass sich alle an diese ebenso streng halten. Wir holen nur so viel raus, wie wieder nachwächst. Schließlich sollen auch kommende Generationen die jahrhundertealte Tradition des Skrei-Fangs fortsetzten können. Für ganze Gemeinden entlang der Küste ist der Skrei praktisch die Lebensgrundlage.

Skrei Fischereihafen

Henningsvaer auf den Lofoten, ein Fischerdorf mit 427 Einwohnern.

Fisch aus Norwegen: Und was passiert mit dem Fisch, wenn er gefangen ist?
Eric: Jeder Skrei wird gleich an Bord ausgeblutet, damit die hohen Qualitätsansprüche erfüllt werden. Sobald wir anlanden, geht die für den Export bestimmte, zertifizierte Ware sofort auf die Reise. Frische ist eben auch eine norwegische Stärke.

Skrei Waterproof

Bei der Qualitätsprüfung gehört die richtige Fleischtemperatur zu den wichtigsten Parametern.

Fisch aus Norwegen: Gehen wir zurück an Bord. Ist es ein harter Job im winterlichen Nordatlantik?
Eric: Wir laufen nachts gegen 2 Uhr aus und sind gegen 5 Uhr am Nachmittag wieder im Hafen. Viel Schlaf kriegt man da nicht. Und den Seegang muss man schon aushalten können. Für Landratten aus der Stadt ist das wohl eher nichts. (Lacht laut.)

Nordatlantik

Wenn die dunkle Zeit vorbei ist, folgt dieses besondere blaue Licht. Hier im Morgengrauen haben die meisten Skreiboote bereits abgelegt.

Fisch aus Norwegen: Abschließend noch eine Frage: Was ist Ihr Lieblingsgericht mit frischem Skrei?
Eric: Da möchte ich mich lieber nicht festlegen. Sonst bekomme ich noch Ärger mit meiner Mutter. Fest steht aber, dass Skrei auf jede Art wunderbar schmeckt. In Nordnorwegen liebt man besonders das Traditionsgericht Mølje – ein Eintopf mit allem vom Skrei. Alles wird verwertet, nichts kommt weg.

Molje Gericht

Die Skreizeit ist fast wie eine fünfte Jahreszeit für die Norweger. Jedes Jahr beginnt sie mit dem Mølje-Fest.

Fisch aus Norwegen: Wir danken für dieses Gespräch.
Eric: Liebe Grüße nach Deutschland!